· 

HAKA in Düsseldorf: Anlass zu Optimismus

Im Bild: Digel

Wie liefen die Düsseldorf Fashion Days (DFD) aus Sicht der Menswear-Anbieter der Marktmitte? Wie ist die Stimmung im Handel, was wird geordert und nachgefragt? Das mb-Team hat sich am letzten Wochenende in Halle 29 ein Bild gemacht und festgestellt: Es ist gut, dass wieder gefeiert wird.

  

Rund 50 Termine in vier Tagen: Für Georg Kempowski, Geschäftsführer des Stores Kempo Fashion in Höxter (Ausrichtung Modern Woman/Man), und sein Team gibt es in Düsseldorf immer viel zu tun. In den Showroom des Hemden-Spezialisten Pure kommt er denn auch mit einer klaren Ansage: „Modische Drucke, Leinenhemden, Farbe“ – das ist, was er vorgelegt bekommen und ordern möchte. Das Limit zur neuen Saison hat er reduziert, Pure betrifft es aber nicht. „Unsere Strategie lautet: Fokus auf die Richtigen, was bedeutet, dass wir uns von zwei bis drei Lieferanten trennen und die anderen stabil halten werden.“

 


Joseph Reiter, Geschäftsführer von Pure bzw. dem Unternehmen Hatico Mode, freut es. „Zum jetzigen Zeitpunkt der Orderrunde liegen wir insgesamt leicht im Plus, wobei auch die Saison Frühjahr/Sommer 2023 bereits sehr gut war. Insbesondere unsere Performance-Linie ‚Functional‘ nimmt enorm Fahrt auf.“

Produkt und Storytelling

  

Dass es einen erneuten Prozess des Auslistens und der Konzentration gibt, bemerkt man auch bei der Lifestyle-Marke Bugatti. „Wir schaffen es erfreulicher Weise gut, uns als relevanter Partner zu positionieren und gewinnen Marktanteile“, betont Marketingleiter Stephan Horst. Er fügt hinzu: „Bei Strick, Wirk, Hemd und Hose verzeichnen wir gute Zuwachsraten. Zunehmend mehr Händler ordern bei uns über das Segment Jacke/Mantel hinaus und stellen fest, dass die Rendite stimmt.“ Was auch daran liegt, dass Bugatti seine Kollektionen in hohem Maß mit POS-Promotions und 360°-Marketing begleitet. „Das Produkt ist wichtig, das Storytelling aber auch, und darin werden wir immer besser.“ Das wurde beim informellen After-Work-Event am Samstag unter dem saisonalen Motto „summer and the city“ demonstriert. Analog zu den POS-Aktionen gab es ein Bier-Tasting und Cocktails von NIO. Eine Mini-Tischtennisplatte und ein mobiler Basketballkorb ermöglichten spielerische Kommunikation. „Die DFD waren wie immer eine gute Orderveranstaltung, international stark und zudem mit wieder höherem Zulauf aus dem Inland“, resümiert Stephan Horst.

Im Bild: Pure

 


Im Bild: Bugatti

Zufriedene Gesichter auch bei Digel. Der HAKA-Spezialist hatte schon kurz vor Beginn der DFD per Pressemitteilung verkündet: „Die Digel AG hat die ersten sechs Monate 2023 mit einem Umsatz von knapp 70 Millionen Euro abgeschlossen und damit das erfolgreichste erste Halbjahr der über 80-jährigen Firmengeschichte erreicht.“ 15 Prozent betrug das Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem aber – nach der Corona-Talfahrt – auch bereits wieder sehr gute Zahlen zu Buche standen. „Vor allem der Nachholeffekt bei Hochzeiten und Anlässen ist ein Umsatztreiber“, bemerkt Marketingleiter Philipp Tausch. Leinenoptiken, Zweireiher und Farbe stehen ihm zufolge zur Saison Frühjahr/Sommer 2024 hoch im Kurs. 

 

„Wedding & Co. ist ein sehr starkes Thema“, bestätigt Kai Graf, Gesamtvertriebsleiter und Teil der Geschäftsführung bei Olymp, und ergänzt: „Hemden spielen bei Anlässen noch immer eine sehr zentrale Rolle, und diese Entwicklung nehmen wir gerne mit.“ Und nicht nur dort. Eine hohe Nachfrage verzeichnen bei Olymp laut Kai Graf zudem u.a. Garment-Washed-Businesshemden aus reiner Baumwolle mit Natural Stretch sowie Polos.


NOS, das Kürzel war immer wieder in den Showrooms zu hören, auch wenn die Vororder im Mittelpunkt stand. Doch da viele Händler gerade offenbar ihre Lagerbestände wieder besonders im Auge haben müssen, gewinnt der Nachorder-Service an Relevanz. „Dass wir unseren Partnern hier Sicherheit geben, selbst bei modischen Themen, wird wertgeschätzt“, unterstreicht Kai Graf. Anerkennung finde auch das Nachhaltigkeits-Engagement – Stichwort ‚Green Choice‘ –, das Olymp im Showroom plakativ herausstellte. „Nachhaltigkeit wird immer mehr zum Hygienefaktor. Wir sind froh, dass wir uns frühzeitig sowie tiefgreifend damit beschäftigt haben und es aus Überzeugung auch in Zukunft tun.“

Im Bild: Olymp