· 

Black Friday: Preisaktionen gut überdenken!

Nach einem (zu) warmen und sonnigen September und hat der Umsatz mit Herbstware in den letzten Wochen dank der oft ungemütlichen Witterung deutlich angezogen. Es waren vor allem Bedarfskäufer unterwegs, die wegen der bei vielen Verbrauchern knappen Konsumbudgets vor allem im mittleren und unteren Preisgenre einen nicht unerheblichen Anteil an allen getätigten Käufen ausmachen.

 

Begleitet wurde dies von Preisaktionen, die in diesem Jahr wegen des anfänglich stockenden Geschäfts - und womöglich damit verbundener Liquiditätsengpässen - schon früh starteten. Dies ist ein Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten, nachdem die Branche in den letzten Jahren dank späterem und/oder reduziertem Preismarketing ihre Abschriften vielfach senken konnte.

 

Wenn die Renditen, die aufgrund der gestiegenen Kosten ohnehin in diesem Jahr stark unter Druck stehen, nicht weiter fallen sollen, muss unbedingt gegengesteuert werden. Nach Überzeugung des BTE darf es jetzt nicht zu einem breiten Preiskampf kommen, der weitere Punkte in der Kalkulation kostet. Ansonsten dürften viele Modehändler 2023 in den roten Zahlen landen – und zwar ohne Berücksichtigung drohender Rückzahlungen von Überbrückungshilfen!

 

Allenfalls gezielte Angebote und Rabatte auf echte Altware oder schlecht laufende Artikel könnten nach Meinung des BTE jetzt betriebswirtschaftlich angeraten sein. Keinesfalls aber sollte echte Winterware bereits jetzt reduziert werden. Schließlich waren die Temperaturen in den allermeisten Teilen von Deutschland noch nicht so niedrig, dass der Bedarf für warme Bekleidung nachhaltig angeregt wurde. Und auch im kommenden Winter wird ein Gutteil der Bevölkerung ihre Heizung etwas runterdrehen und sich dafür zuhause etwas wärmer anziehen müssen. So spricht einiges dafür, dass die Nachfrage nach wärmender Mode wieder anzieht, wenn die Temperaturen wieder sinken sollte.

 

Das bedeutet: Preisaktionen sollten in dieser Saison gut überdacht werden. Selbst wenn Wettbewerber notgedrungen(?) Preisaktionen starten, sollte man darauf besonnen reagieren und möglichst nur sehr dosiert mit eigenen Sonderangeboten antworten. Statt pauschaler Rabattaktionen empfehlen sich dann eher kreative Aktionen für die eigene Stammkundschaft.

 

Zudem sollte der Black Friday auch in diesem Jahr nicht der Startschuss in eine breite Reduzierungsphase sein. Nach dem schlechten Start in die Saison sollte stattdessen intensiv nach Wegen gesucht werden, den Vollpreis-Zeitraum zu verlängern. Schließlich ist wegen der Klimaerwärmung zu befürchten, dass Kältewellen im Herbst künftig immer länger auf sich warten lassen. Hier müssen Handel und Industrie gemeinsam nach Lösungen suchen!

 

Bereits im Oktober 2022 hat das Kammergericht Berlin geurteilt, dass die Wortmarke Black Friday komplett aus dem Markenregister gelöscht werden soll. Letztendlich hat es aber bis zum 17. Juli 2023 gedauert, bis der Rechtsstreit durch den Bundesgerichtshof final geklärt wurde. Die Löschung ist seitdem endgültig bestätigt.